Gefördert vom Landschaftsverband Rheinland (LVR)
In den letzten Jahrzehnten hat sich eine Verschiebung des Dokumentationsschwerpunktes von der staatlichen und kommunalen auf die private Überlieferung ergeben. Da bei Massenakten inzwischen ein Kassationsanteil von über 90% zu verzeichnen ist, werden von Einzelpersönlichkeiten, Vereinen oder Verbänden strukturierte Überlieferungen immer wichtiger für die historische und kulturwissenschaftliche Forschung.
Um diesem Bedeutungswandel Rechnung zu tragen, veranstaltet das Rheinische Literaturarchiv (RLA) des Heinrich-Heine-Instituts eine Tagung zum Thema “Kulturelle Überlieferungen” .
Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte von kulturellen Vereinigungen im Rheinland, Fragen der Bürgertumsgeschichte sowie der Vermittlung von Literatur und Kultur in rheinischen Städten. Der Untersuchungszeitraum sollte sich auf die Jahre 1850 bis 1950 konzentrieren.
Thematisch wären empirisch oder auch methodologisch akzentuierte Beiträge zur Regionalgeschichte erwünscht, sowie theoretisch ausgerichtete Beiträge zu Bedeutung und Ausprägung der Regionalwissenschaften. Besonders interessant sind dabei Ansätze, die anhand eines lokal begrenzten Untersuchungsbereichs spezifische Elemente kultureller Vermittlungstransfers zwischen allgemeiner und lokaler Kulturgeschichte aufzeigen, zum Beispiel die konkrete Literaturgeschichte einer kleinen oder mittleren Stadt des Rheinlands.
Im Zentrum steht dabei die Frage nach spezifischen literarischen Infrastrukturen. Wer waren im städtischen oder regionalen Raum die Akteure, die solche Infrastrukturen erzeugten? Welche Organisationsformen existierten? Wie lassen sich literarische Infrastrukturen verschiedener Städte miteinander vergleichen? Welche Austauschprozesse finden zwischen den literarischen bzw. kulturellen Systemen benachbarter Städte statt? Wie und aufgrund welcher Quellen lassen sich die Fragen beantworten?
Daneben wären auch Teilbereiche interessant: die Funktionsweise von Buchhandel, Bibliotheken oder Zensur, aber auch Autorenvereinigungen, Zeitschriftenwesen, literarische Gesellschaften.
Die Referenten werden untergebracht und verpflegt, die Vorträge werden honoriert. Nach der Tagung erscheint voraussichtlich eine Publikation.
Vorschläge (mit Abstract, 1 S. und Veröffentlichungsliste) an:
Rheinisches Literaturarchiv (RLA)
im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf
Bilker Str. 12-14
40213 Düsseldorf
Fax: 0211-892-9044
Informationen:
Prof. Dr. Bernd Kortländer
(bernd.kortlaender@stadt.duesseldorf.de - 0211-899-5581)
Dr. Sabine Brenner-Wilczek
(sabine.brenner@stadt.duesseldorf.de - 0211-899-5986)
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Dr. Enno Stahl
(enno.stahl@stadt.duesseldorf.de - 0211-899-5582)