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Das literarische Leben des 19. Jahrhunderts im Spiegel der Zensur

Tagung, 22./23.10.2009

Heinrich-Heine-Institut, Bilker Str. 12-14, 40213 Düsseldorf

Gefördert vom Landschaftsverband Rheinland

Zensur und Überwachung des literarischen Lebens traten kaum je so massiv auf wie im Preußen des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Behörden und Verwaltungsstufen waren in die Unterdrückungs- und Steuerungsprozesse verstrickt. Das Ergebnis ist eine Behördenkorrespondenz, die sich in Hunderten von Aktenkilometern misst. In der Literatur- und Kulturwissenschaft sind diese Bestände noch nicht oder nur geringfügig aufgearbeitet worden, obwohl sie die Zensurforschung auf ein ganz neues Fundament stellen würden - weg von den Einzelfällen (wichtigen Autoren und deren persönlicher Zensurgeschichte) hin zur Erfassung der institutionellen Mechanismen.

Interessant daran ist nämlich, dass gerade die allgegenwärtige Überwachungstätigkeit der Zensoren und politischen Polizisten im 19. Jahrhundert die präzisesten Informationen darüber bergen, wie das literarische Leben in allen seinen Spielarten und Ausformungen tatsächlich aussah.

Die Tagung „Das literarische Leben des 19. Jahrhunderts im Spiegel der Zensur“ soll nun - ausgehend von der archivarischen Quellenlage - allgemeine und spezielle Aspekte der Zensur-Thematik entwickeln. Mehrere Vorträge werden zeigen, wie die Bestände der Archive literatur- und kulturhistorisch nutzbar gemacht werden können. Gleichzeitig wird aber versucht, in weiteren Vorträgen die Perspektive zu erweitern, um andere, generelle Begriffskonstituenten in den Blick zu nehmen - etwa Aufbau und Organisation der Zensurinstanzen, die Geschichte der literarischen Zensur oder aber die spezifische Funktions- und Operationsweise von Zensur in territorial begrenzten Regionen.

Ganz generell wird die provokativ anmutende Frage erörtert, ob Zensur nicht auch ein produktives Element menschlicher Kommunikation sein kann (New Censorship) sowie welche menschlichen Ausdrucksbereiche denn überhaupt mit dem Tabu belegt werden, also ein Fall für die Zensur werden.

Anmeldungen und weitere Informationen: Dr. Enno Stahl (0211-8995986, enno.stahl@duesseldorf.de)


Tagungsplan

1. Tag, 22.10.2009

14.00 - Begrüßung: Prof. Dr. Bernd Kortländer (Heinrich-Heine-Institut)

14.15. Zur Einführung:
Prof. Dr. Bernd Kortländer: Das Rheinische Literaturarchiv im Heinrich-Heine-Institut und das literarische Leben einer Region
Dr. Enno Stahl (HHI): Literarisches Leben am Rhein. Quellen zur literarischen Infrastruktur 1830-1945. Ein Inventar.
Dr. Jan-Christoph Hauschild (HHI): B. Traven - Archivspuren eines „Unsichtbaren“

15.00 Kaffeepause

Sektion I - Funktionen der Zensur (Leitung: Prof. Dr. Bernd Kortländer, HHI)

15.30 Prof. Dr. Kaspar Maase (Universität Tübingen): „Schmutz und Schund“: Behördliche und zivilgesellschaftliche Zensur als soziale Praxis
16.30 Prof. Dr. Bodo Plachta (Vrije Universiteit Amsterdam): Lücken - Striche - Einschwärzungen

17.30 Abschlussdiskussion


2. Tag, 23.10.2009

Sektion II - Forschungsberichte: Fallbeispiele / Ausblick über die Grenzen der Rheinprovinz (Leitung: Dr. Enno Stahl, HHI)

10.00 Uhr: Forschungsberichte I
Christian Liedtke (Heinrich-Heine-Institut): Brief und Siegel. Zensurdokumente aus dem Archiv des Heinrich-Heine-Instituts
Dr. Bernd Füllner (Heine-Portal): Vom „communistischen Liederbuch“ zum „Album“. Zur Zensurgeschichte von Hermann Püttmanns Anthologie „Album. Originalpoesien“

11.00 Kaffeepause

11.15 Forschungsberichte II


Dr. Marek Rajch (Adam-Mickiewicz-Universität Poznan): Polnisches Schrifttum und die preußische Zensur 1848-1918. Kriterien, Methoden, Mittel und Techniken.
Dr. Eva Maria Werner (Universität Innsbruck): Die österreichische Zensur in nachnapoleonischer Zeit

12.15 Mittagspause

Sektion III - Zensurbehörden und ihre Kommunikationsprozesse (Leitung: Georg Mölich, LVR)

13.45 Dr. Enno Stahl (Heinrich-Heine-Institut): Die Überwachungsorgane in der Rheinprovinz. Akten aus dem Landesarchiv NRW
14.45 Dr. Bärbel Holtz (Berlin-Brandenburgische Akademie, Berlin): Eine mit "Intelligenz ausgerüstete lebendig wirksame Behörde..." - Preußens zentrale Zensurbehörden im Vormärz

15.45 Kaffeepause

Sektion IV - Zensur und Infrastruktur: Verlage und Buchhandel (Leitung: Prof. Dr. Bodo Plachta, Amsterdam)

16.00 Prof. Dr. Christine Haug (Ludwig-Maximilians-Universität München): "Überwachung des buchhändlerischen Verkehres ist eine der schwierigsten Aufgaben" - Staatlicher Föderalismus und Bücherdebit im Deutschen Bund
17.00 Prof. Dr. James Brophy (University of Delaware): Zensur, Politik, Markt: Die Vormärz Karriere des Verlegers Heinrich Hoff

18.00 Abschlussdiskussion und Tagungsende