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Huub Sanders: Das Internationale Institut für Sozialgeschichte, Amsterdam: Kontinuität und neue Aussichten im Sammlungsprofil

Einleitung


Die akademische Welt ist der wichtigste Nutzer unserer Dienste. Es gibt eine Menge von Diensten, die wir anbieten, aber der Wichtigste ist das Zur-Verfügung-Stellen von Quellen für historische Untersuchungen. Und diese Quellen sollten natürlich spezifische Bedeutung besitzen im Bereich der Sozialgeschichte. Die andere INteressentengruppe besteht aus Aktivisten der sozialen Bewegungen. Sie sind interessiert am IISG, insofern sie für ihre eigenen Archive einen sicheren Platz suchen.


Im IISG bin ich jetzt verantwortlich für die Erwerbung der Archive internationaler sozialer Bewegungen. Es ist sozusagen mein Job zu bedenken, welche Quellen Historiker in der Zukunft brauchen werden, und dann zu versuchen, diese Quellen von den heutigen, lebendigen Organisationen zu erwerben. Ich erfinde das natürlich nicht immer aufs Neue. Es gibt eine Sammlungstradition und teilweise überlappend: Es gibt ein Sammlungsprofil. Diese zwei Themen sind Gegenstand dieses Vortrags. Mehr zugespitzt: Änderungen in der Sammlungstradition und Sammlungsprofil.


Sammlungstradition und Institutsgeschichte


Die Sammlungstradition fängt an in den dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Offiziell bei der Gründung 1935 ist das IISG: een instelling opgericht om de internationale wetenschappelijke kennis van de sociale geschiedenis te bevorderen. En dat te doen door het verrichten van onderzoek en het aanleggen van wetenschappelijk verzamelingen.

[Dtsch: Eine Institution gegründet zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Kenntnisse der Sozialgeschichte. Und das sei zu leisten durch Forschung und der Aufbau wissenschaftlichen Sammlungen.]

Bislang war das die konkreteste offizielle Formulierung eines Sammlungsprofils. Wie das in der Praxis gemacht wurde, hätte zu tun mit der Auffassungen des Gründers des Instituts, N.W.Posthumus.

Posthumus und die relativ kleine Gemeinschaft der akademischen Sozial-Historiker in den Niederlanden in der 30-er Jahren wurden beeinflusst von den großen Beispielen aus Frankreich, aus England, aber zumeist von deutschen Lehrmeistern. Posthumus (1880-1960) war einer der Pioniere der modernen Wirtschaftsgeschichte in den Niederlanden. Er gründete auch das Niederländische Archiv für Wirtschaftsgeschichte NEHA. Er orientierte sich an deutschen Beispielen für diese Aktivitäten, namentlich am in 1906 gegründeten Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Köln. Und an zwei ähnlichen, ebenso alten Institutionen in Saarbrücken und Leipzig.


Das NEHA sah seine Aufgabe darin, Archive von Unternehmen und verwandten Organisationen zu bewahren sowie andere wirtschaftsgeschichtlich interessante Quellen zu sammeln. Als aufgeschlossener Sammler und Sozialdemokrat interessierte sich Posthumus auch für Material von Personen und Organisationen der niederländischen Arbeiterbewegung.


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