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Steffen Stadthaus/Walter Gödden: Regionale Literaturforschung in der Praxis am Beispiel des expressionistischen Schriftstellers Gustav Sack

Regionale Archive

Das Gustav Sack-Projekt zeigt, dass insbesondere im Fall sogenannter „kleiner“ Autoren, deren Schaffen in den Literarturgeschichten nur in Fußnoten erwähnt wird, oftmals von einer regional verankerten Forschung die entscheidenden Impulse für ihre Wiederentdeckung ausgehen. Neben dem persönlichen Engagement ist die Vernetzung mit der kulturellen Szene vor Ort entscheidend, wodurch Förderungsmittel akquiriert und Unterstützung gewonnen werden kann. Im Falle Sacks zeigte sich, dass die Heimatgemeinde Schermbeck, die den „Bürgerschreck“ Sack bisher nur wenig gewürdigt hatte, im Kontext des Kulturhauptstadtjahres Gustav Sack zum „Local-Heroe“ erkoren hatte und mit dieser Entscheidung im Chor der 51 mitwirkenden Gemeinden herausstach und überregionale Resonanz und Anerkennung erfuhr. Regional vernetzten Literaturarchiven eröffnen sich durch eine neue kulturelle Offenheit auch kleinerer Gemeinden und Städten, die so vor 20 Jahren noch nicht gegeben war, Autorennachlässe und damit das Wirken lokaler Autoren in der regionalen Gedächtnislandschaft zu verankern. Die Stärke und Qualität regionaler Archivkultur liegt aber vor allem in ihrer Priorisierung im nationalem Sinne marginaler Autoren. Archive wie das deutsche Literaturarchiv in Marbach  können eine Erschließung von und literaturwissenschaftliche Aufarbeitung „kleiner“ Nachlässe nur sehr beschränkt leisten, da andere Aufgaben, die Verwaltung des Kanons, an sie herangetragen werden.


Anmerkungen:
[1] Vgl. Gustav Sack: Ein verbummelter Student. S. Fischer: Berlin, 1917. Zahlreiche euphorische Rezensionen erschienen in bedeutenden deutschsprachigen Feuilletons und Literaturzeitschriften. Vgl. zum Beispiel Franz Theodor Csokor: „Ein Verbummelter Student“. Roman von Gustav Sack. In: Donauland, Illustrierte Monatsschrift, Jg. 1917/18, S. 761. Hans Harbeck: Gustav Sack. In: März, Nr. 4, 1917, S. 78-80. Hans Johst: Gustav Sack. Ein neuer Romantiker. In: Das literarische Echo, Nr. 19, 1917/18, S. 1368-1370.

[2] Vgl. Gustav Sack: Ein Namenloser. S. Fischer: Berlin, 1919; Gustav Sack: Gesammelte Werke. Bd.2. S. Fischer: Berlin, 1920.

[3] Paula Sack: Der Roman und der Holzkoffer, Nürnberger Nachrichten,  5.12.1966.

[4] Ebd.

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