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Stephanie Jordans: Der Nachlass Ernst Meisters und das Konzept der textkritischen und kommentierten Ausgabe seines lyrischen Werkes [1]

Die Förderung durch die NRW-Stiftung (Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, Düsseldorf) hat die Erschließung des Nachlasses und die Entstehung der Ausgabe – bis hin zu einem beträchtlichen Teil der Druckkosten – in erster Linie ermöglicht. Da diese Mittel jedoch längst nicht alle Ausgaben decken konnten, wurden weitere Institutionen um Unterstützung gebeten, um Personal- und Sachkosten, Bearbeiterhonorare und Reisekosten, Tagungs- und Unterbringungskosten zu finanzieren.

Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass sich Partner auch in Frankreich und den Niederlanden beteiligt haben. Die Ernst Meister-Ausgabe ist im Laufe der gut zehn Jahre ihrer Entstehung zu einem europäischen Projekt geworden, das über die Edition hinaus Verbindungen gestiftet hat. Im Einzelnen haben sich folgende Institutionen beteiligt:

• Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, Düsseldorf
• Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster
• Deutscher Literaturfonds e.V., Darmstadt
• Agence Nationale de la Recherche, Paris
• Université Paul Verlaine, Metz
• Universiteit Utrecht
• Constantijn Huygens Instituut, Den Haag
• RWTH Aachen University

Als ich damals nach meinem Studienabschluss vor etwa 10 Jahren die Mitarbeit am Ernst Meister-Projekt angeboten bekam, war für mich die Aussicht, mit dem umfangreichen Nachlass-Material arbeiten zu dürfen und meine Erkenntnisse aus diesem Material heraus schöpfen zu können, der ausschlaggebende Impuls, mich für das Projekt zu entscheiden. Im Studium war ich recht wenig mit Nachlässen und Archiven in Berührung gekommen. Es leuchtete mir sofort ein, dass sich mir hier eine wunderbare Chance bot. So habe ich im Rahmen des Meister-Projektes meine Doktorarbeit geschrieben, wurde ins Editionsteam aufgenommen und bekam im weiteren Verlauf außerdem die Möglichkeit, an einer Chronik und an einem Materialienband zu arbeiten. Den Nachlass sah ich von Anfang an als eine Fundgrube mit wertvollen Schätzen; er hat mir den gewiss nicht immer einfachen Zugang zu Ernst Meister und seinem Werk geebnet und Möglichkeiten des Verständnisses eröffnet.

Anmerkungen:
[1] Der Vortrag sowie der hier vorliegende Text folgen im Wesentlichen den Ausführungen der Herausgeber (Axel Gellhaus, Andreas Lohr, Stephanie Jordans), die im Editorischen Nachwort der Ernst Meister-Ausgabe abgedruckt sind: Editorisches Nachwort. In: Ernst Meister. Gedichte. Textkritische und kommentierte Ausgabe. 5 Bde. Bd. 5: Kommentar. Hrsg. von Axel Gellhaus, Stephanie Jordans und Andreas Lohr. Göttingen 2011, S. 545-558.

[2] Helmut Arntzen: Vorwort. In: Ders. (Hrsg.): Zweites Ernst Meister Kolloquium. Ernst Meister und die lyrische Tradition. 3.-5. November 1993 in Münster. Aachen 1996 (= Sonderband IV zum Jahrbuch der Ernst Meister Gesellschaft), S. 9f., hier: S. 9.

[3] Meister erhielt 1957 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (Westfälischer Literaturpreis), es folgte der Hagener Literaturpreis 1962, der Große Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1963), der Petrarca-Preis (1976), der Rainer-Maria-Rilke-Preis (1978) und posthum der Georg-Büchner-Preis (1979).

[4] Zum Team der Bandbearbeiterinnen und Bandbearbeiter gehörten: Dieter Breuer (Aachen), Axel Gellhaus (Aachen), Jan Gielkens (Den Haag), Ingrid Grüninger (Stuttgart), Ute Harbusch (Stuttgart), Karin Herrmann (Aachen), Stephanie Jordans (Aachen), Ewout van der Knaap (Utrecht), Françoise Lartillot (Metz), Beate Laudenberg (Karlsruhe), Andreas Lohr (Berlin), Ton Naaijkens (Utrecht), Eckart Oehlenschläger (Bonn), Stephanie Over (Aachen), Dierk Rodewald (Berlin), Thomas Schneider (Bonn/Opava), Mareike Schröder (Aachen).

[5] Zum Redaktionsteam gehörten: Axel Gellhaus (Aachen), Stephanie Jordans (Aachen), Andreas Lohr (Berlin), Dominik Loogen (Aachen), Eckart Oehlenschläger (Bonn), Dierk Rodewald (Berlin) und Mareike Schröder (Aachen).

[6] Karin Herrmann: Poetologie des Erinnerns. Ernst Meisters lyrisches Spätwerk. Göttingen 2008; Stephanie Jordans: Die „Wahrheit der Bilder“. Zeit, Raum und Metapher bei Ernst Meister. Würzburg 2009.

[7] Ernst Meister – Perspektiven auf Werk, Nachlaß und Textgenese. Ein Materialienbuch. Hrsg. von Karin Herrmann und Stephanie Jordans. Göttingen: Wallstein 2009.

[8] Ernst Meister. Eine Chronik. Aus dem Nachlaß erarbeitet von Karin Herrmann und Stephanie Jordans unter Mitarbeit von Dominik Loogen. Göttingen: Wallstein 2011.

[9] Einen Überblick über die Geschichte des Nachlasses und die Tranchen im Einzelnen gibt Axel Gellhaus. Vgl. Axel Gellhaus: Der Nachlaß Ernst Meisters und das Konzept der textkritischen und kommentierten Werkausgabe. In: Ernst Meister. Perspektiven auf Werk, Nachlaß und Textgenese. Ein Materialienbuch. Hrsg. von Karin Herrmann und Stephanie Jordans. Göttingen 2009, S. 109-119.

[10] Andreas Lohr: Ernst Meisters ›Sage vom Ganzen den Satz‹. Textgenetischer Apparat. Internetausgabe 2004 (= Dissertation RWTH Aachen 2000). Andreas Lohr hat mit dieser Arbeit gezeigt, wie der abgewandelte Variantenapparat der Bonner Celan-Ausgabe auf Meisters Arbeitsweise anzuwenden wäre.

[11] Die Beschreibung der Nachlass-Situation beruht im Wesentlichen, wenn auch in gekürzter Form, auf der Darstellung, die in Zusammenarbeit mit dem LWL-Archivamt, Münster, publiziert wurde: Axel Gellhaus; Stefan Ormanns; Thomas Schneider: Der Nachlaß Ernst Meisters und das Konzept einer kritischen Studienausgabe. In: Archivpflege in Westfalen und Lippe 56 (2002). Hrsg. im Auftrag des Westfälischen Archivamtes und des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, S. 12-18; aktualisiert in: Ernst Meister. Perspektiven auf Werk, Nachlaß und Textgenese. Ein Materialienbuch. Hrsg. von Karin Herrmann und Stephanie Jordans. Göttingen 2009, S. 109-119.

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